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Der Ziegenbock auf dem Hooper Sandberg

In Wardböhmen heißt es: "Na Barg'n ist 'n Dagreis, na Höperhöb'n twei." Das scheint für die Gastfreiheit der beiden Hooper Bauern zu sprechen; denn in Wirklichkeit liegt Hoope, das im Volksmunde "Höperhöb'n" genannt wird, nur zehn Minuten von Wardböhmen entfernt an der Straße nach Bergen.

Dicht bei Hoope, wo die Straße nach Fallingbostel von der Hamburger Heerstraße abbiegt, liegt der Hooper Sandberg. Es ist der Ort, den die durchziehenden Tatern (Zigeuner) und Korbflicker mit Vorliebe als Lagerplatz erwählen.

Jedermann weiß, daß es am Hooper Sandberg spukt. In nächtlicher Stunde hält sich hier ein Ziegenbock auf, der die Menschen erschreckt. Es ist die Seele eines armen Landstreichers, der sich hier im Dickicht während eines Winters erhängte, und dessen leibliche Überreste man erst im Frühjahr entdeckte.

Heute ist der Spuk verschwunden. Die Scheinwerfer der vorbeifahrenden Kraftwagen sollen ihn verscheucht haben. Aber in früherer Zeit hat mancher, der in später Nachtstunde von Bergen nach Wardböhmen heimkehrte, den Ziegenbock bemerkt, wie er plötzlich im Graben stand, in den Wald fetzte, über die Straße lief oder unter den Bäumen stand und den Wanderer mit glühenden Augen anblickte, dass diesem die Haare sich sträubten.

Quelle: Paul Alpers und Georg Breling (Hrsg.): Celler Sagen aus Stadt und Land, Celle 1949